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Brief an die Grünen

Roland Spinola schreibt im Zusammenhang mit dem Bundestagswahlkampf an Margarete Bause, die Fraktionsvorsitzende der Grünen des Wahlkreises Oberbayern. Thema: Fehler im Geldsystem.

Sehr geehrte Frau Bause,

ich habe Sie am Samstag am Stand der Grünen auf der Leopoldstrasse kurz angesprochen und gefragt, warum Ihre Partei den (grundlegenden) Webfehler in unserem globalen Geldsystem nicht stärker thematisiert. Die Regionalwährungen (die "Rettungsbote der Titanic") sind eine intelligente Antwort - können aber nicht die breite Diskussion in der Öffentlichkeit ersetzen, die dringend nötig wäre.

Die Grünen sind m.E. die einzige Partei, die diese Diskussion mit Glaubwürdigkeit führen kann.

Das Problem besteht schlicht und einfach darin, dass unser zinstragendes Geld ein krebsartiges Wachstum erzwingt, das der Planet nicht mehr lange aushält. Inflation und Zerstörung (z.B. in den zwei Weltkriegen) sind Möglichkeiten den Prozess hinauszuzögern - aber das können wir wohl nicht wollen. Margrit Kennedy hat in Ihrem Bestseller "Geld ohne Zinsen und Inflation: Ein Tauschmittel, das jedem dient" (9. Auflage, in 20 Sprachen übersetzt) die Hintergründe verständlich dargestellt.

Ich versprach Ihnen eine Ausarbeitung, aus der nach neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft hervorgeht, dass komplexe Netzwerke (die Ökosysteme, die Stromnetze, die Bundesbahn, das globale Finanzsystem ... usw.) nur dann nachhaltig sind, wenn zwischen Vielfalt und Effizienz eine (systemtypische) optimale Balance herrscht.

Beim globalen Finanzsystem gibt es, neben einer hohen Effizienz, kaum Vielfalt - es handelt sich immer um kreditgeschaffenes, zinstragendes Geld. Beschrieben ist das in einem "paper"  (engl. 377 KB) von Bernard Lietaer. (siehe deutsches Interview 1543 KB)

Die grundlegenden Zusammenhänge sind so einfach (und einfach zu verstehen), dass sie in kurzer Zeit jedem zu erklären sind. Die Umsetzung der notwendigen (und vielfältigen!!) Massnahmen sind in der politischen Wirklichkeit sehr schwer umzusetzen - das erfordert geduldiges Bohren dicker Bretter.

Aber damit haben die Grünen ja seit Jahren Erfahrung (und Erfolg!).

Als Trainer und Redner sehe ich meine Aufgabe darin, die Zusammenhänge und Schlussfolgerungen so kurz und klar darzustellen, dass jeder Zuhörer sie versteht. Die Beschreibung eines Vortrags (den ich gerne auch in Bayern halte!) hängt hier ebenfalls dran.

Die "Szene" zu diesem Thema ist, national und international sehr gross. Informationsmaterial (siehe als gute Übersicht http://www.geldreform.de ) gibt es in vielfältiger Form, von Kurzinformationen über Zeitschriften und Bücher, Radio- und Fernsehbeiträgen bis zu wissenschaftlichen Abhandlungen - aber es wird zu wenig wahrgenommen!

Wollen Sie uns helfen, das Thema stärker auf die Radarschirme der öffentlichen Diskussion zu bringen?

Mit freundlichen Grüßen


Roland Spinola

 

 

Stand: 7. Oktober 2009