Zeittauchbörse
Senioren sollen sich ihre Pflege abverdienen können.
Von Daniel Friedli
Wer andere Menschen pflegt, soll später Gratispflege erhalten. Mit einer Zeittauschbörse möchten der Bund und die Stadt St. Gallen dieses Prinzip demnächst testen. In Japan funktioniert es bereits.
Zuerst war es eine Idee von Pascal Couchepin. Mittlerweile ist es ein Projekt, das bald schon in der Praxis getestet werden soll: Eine Börse mit Zeitgutschriften für die Betreuung älterer Menschen.
Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach. Rüstige Senioren helfen freiwillig bei der Betreuung pflegebedürftiger Menschen. Statt eines Lohnes erhalten sie dafür Gutscheine im Wert der geleisteten Arbeitsstunden. Diese können sie später selber einlösen - und sich damit die Betreuung «erkaufen», die sie nun selber nötig haben. Ein Tauschhandel also mit der Zeit als Währung, die durch keine Teuerung an Wert verliert, wie Befürworter loben. «Mich fasziniert dieses System», sagte Couchepin, als er vor zwei Jahren den Vorschlag lancierte.







